Barbara Hannigan zählt zu den faszinierendsten Persönlichkeiten der aktuellen Klassikszene – als Sängerin, Dirigentin und unerschrockene Pionierin der neuen Musik. Der Vokalpart in Schönbergs Streichquartett op. 10, das 1908 die Tür zur Atonalität aufstieß, ist wie geschaffen für Hannigans Sopran. Die Verse von Stefan George, die Schönberg meisterhaft vertont hat, vermitteln das Gefühl einer schwebenden Harmonie, das bereits in Mozarts Dissonanzen-Quartett anklingt.